Kurzkonzept „Projekte 21“ – Für eine Schule von morgen!

Von einer Unterrichtsentwicklung zu einer Schulentwicklung

Im Fokus der pädagogischen Überlegungen steht dabei das Schaffung von Lernarrangements, in denen das eigenverantwortliche Arbeit der Schülerinnen und Schüler deutlich intensiviert und die individuelle Unterstützung der heterogenen Schülerschaft weiter gefördert werden kann.

Die fachliche, curriculare Orientierung als auch die sonderpädagogische Ausrichtung der SGS wird in dem Projekt21 um einige wichtige Kompetenzen für das 21. Jahrhundert erweitert.

Ins Schulsystem systematisch implementiert werden dabei folgende Elemente:

  • Steigerung der Kooperations- und der Kollaborationsfähigkeit in einem digitalisierten Lebens- und Lernumfeld,  
  • Verbesserung der Kommunikationfähigkeit mit einer gesteigerten Vernetzung der Jahrgangstufen und Standorte untereinander, aber auch mit außerschulischen Kooperationspartnern und Institutionen. Durch die neuen digitalen Möglichkeiten sollen und können die Vernetzungen weit über die Bonner Grenzen hinausgehen.
  • Förderung der Kreativität zur Wissensaneignung und zur Steigerung des lateralen Denkens in Problemlösungssituationen. Gerade die Kompetenz zur kreativen Problemlösung wird in der Zukunft eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Berufe und Lebenswelten von morgen befinden sich so stark im Wandel, dass heute kaum noch Lösungsanweisungen für berufliche Probleme in der Zukunft vermittelt werden können.   
  • Eine immer vernetztere und komplexere Welt fordert eine hohe Kritikfähigkeit auf der Grundlage von gefestigten Werten und Normen. Diese Kompetenz ist von steigender Bedeutung, um in den täglichen steigenden Informationsfluten „richtige“ Entscheidungen und Bewertungen treffen zu können.

Die Siebengebirgsschule will durch diese und weitere Elemente zu einem aktiven, vernetzten und nachhaltigem Lernen anregen. Gerade hier spielt die intrinsisch motivierte, interaktive Auseinandersetzung mit Informationen – auch über digitale Werkzeuge – eine entscheidende Rolle. Die Grafiken 1 und 2 (siehe unten) zeigen eine reduzierte Darstellung der unterschiedlichen Punkte der Vernetzung im Rahmen der Schulentwicklungsvorhaben. Eine ausführliche Darstellung der unterschiedlichen Punkte würde den Rahmen dieses Kurzkonzeptes sprengen. Nach und nach werden die unterschiedlichen Punkte aber auf unsere Projektseite www.projekt21.sgs-bonn.de ausführlich dargestellt werden.

Bei der Umgestaltung der Siebengebirgsschule werden zunächst vier der fünf Standorte mit einbezogen (Venner Str., Winterstraße, ePEB und BEKo), wobei in den beiden großen Standorte an der Venner Str. und Winterstraße zunächst nur in sogenannten „Areas“ Veränderungen stattfinden werden.

Die Veränderung der SGS kann aktuell in mehrere Phasen unterteilt werden.

  1. Entwicklung eines pädagogischen Konzeptes für eine Unterrichtsentwicklung, welche über das Projekt 21 gesteuert wird. Hierbei werden sehr große Teile des Kollegiums, aber auch die Elternschaft und Schülerinnen und Schüler aktiv mit einbezogen. Dieser Prozess wird im Sommer 2021 seine erste Fertigstellung erfahren.
  2. Die zweite Ebene ist die Anpassung der räumlichen Bedingungen an das Konzept. Hier erhoffen wir uns eine erste Umsetzung durch die Stadt Bonn im Kalenderjahr 2021.
  3. Zum Sommer 2022 werden die restlichen Klassen (große Teile der Primarstufe, sowie PEB als auch die übrigen Klassen an der Venner Str.) mit ins Projekt einbezogen werden. Aus dem „Projekt 21“ wird dann das „Projekt Zukunft“, welches im Verlauf fortlaufend entwickelt wird.

Veränderung der Siebengebirgsschule durch eine gewandelte Pädagogik

1.Veränderung des Raumes

Klassenräume werden zugunsten von Funktionsräumen (Lernateliers, Impulsräume, Dialogräume, Entspannungsräume und Kreativräume) aufgelöst. Ebenfalls entstehen Funktionszonen (Coachingzonen, Dialogzonen, Marktplatz) welche die vorhandenen Räumlichkeiten in den Schulgebäuden neu definieren werden. (siehe als Beispiel auch Grafik 3: Überlegungen für die Raumnutzung an der Winterstraße)

Als positiver Nebeneffekt zeigt sich, dass durch diese raumöffnende Maßnahme der Raumknappheit an der Siebengebirgsschule entgegengewirkt werden kann.

Eine Zuordnung der Schüler*innen zu einer Lerngemeinschaft mit einem festen Lehrer, bzw. Lehrerin wird es weithin geben. Gerade dieses wichtige Beziehungsband zwischen Lehrer*in und einzelnen Schüler*in soll weiterhin beibehalten bleiben.

Um die personellen Ressourcen im Gebäude besser nutzten zu können und um eine Vernetzung der Schüler*innen zu ermöglichen, braucht es an der Winterstraße eine Verbindung der Klassenräume. Hierzu müssten die Klassenräume durch große Türen miteinander verbunden werden.

An der Venner Str. kann – in der ersten Phase- das Lernatelier durch den Ausbau der Aula entstehen.

2. Veränderung der Zeiten

Die Gleitzeit ist in den letzten Jahren durch die Pilotklasse erfolgreich erprobt worden und wird nun auf weiter Schüler*innen ausgedehnt werden. Je nach Selbständigkeitsgrad der Schüler*innen sollen diese flexiblen Schulzeiten nach Rücksprache genutzt werden können. Genauso ist auch die Rhythmisierung des Lernalltages individuell abhängig vom Grad der Selbständigkeit des einzelnen Schülers bzw. Schülerin.

Die Stundenpläne der Schüler*innen werden in großen Teilen individualisiert sein und über EduPage mit den Schülern wöchentlich erstellt werden.

Ein offener Tageseinstieg wird – so wie es das letzte Jahr erprobt wurde – weiterhin an der Siebengebirgsschule praktiziert.

3 Verändertes Lernen

Der Schulalltag der Schüler*innen sollen durch freie Arbeitsphasen (EVA-Zeiten: Eigenverantwortliches Arbeitsphasen) und Coaching- bzw. Impulsphasen geprägt sein.
Die Schülerschaft wird in dem Konzept „Learners as Designers“ ausgebildet, um sich so aktiv mit den Informationen auseinanderzusetzen. Schüler*innen und Schüler sollen vermehrt Lern- bzw. Lehrinhalte produzieren, als sie einfach nur zu konsumieren. Hierbei sollen Wissensgebiete über die richtigen Fragestellungen (Driving Questions) recherchiert und mit Hilfe unterschiedlicher (digitalen) Werkzeuge dargestellt / publiziert werden.  
Organisiert und strukturiert wird der Lernprozess der Schüler*innen über die eigene interaktive Lernlandschaft, dem SGS-Lern-Navi und unserem datensicheren Kommunikationstool EduPage.

Beide Oberflächen sind für die gesamte Schulgemeinschaft erprobte und fest verankerte Instrumente aus der Distanzlernphase.